Die Leinenbindung, auch Leinwandbindung genannt, ist die einfachste Art eines Gewebes. In der Leinenbindung geht jeder Schussfaden abwechselnd über und unter den aufeinanderfolgenden Kettfäden durch, und zwar immer in Gegenrichtung zum vorangegangenen Schuss. Die Leinenbindung kann auf jedem noch so einfachen Webstuhl gewebt werden und sie ist deshalb auch in allen Kulturen und in allen Zeitepochen die am meisten verwendete Webtechnik. Sie ergibt das stärkste Gewebe, da sie ein Maximum an Fadenverkreuzungen aufweist. Obwohl die Technik ganz einfach ist, gibt es unzählige Variationsmöglichkeiten: Abgesehen von unendlichen farblichen Gestaltungsmöglichkeiten kann man auch Garne von verschiedener Dicke verwenden, um spezielle Effekte zu erzielen. Grossen Einfluss auf das fertige Gewebe hat auch die Fadendichte: Ist sie in Kette und Schuss klein, so erhalten wir ein lockeres, weiches Gewebe, liegen die Fäden aber in Kette und Schuss ganz dicht, so wird der Stoff fest und steif. Ist die Fadenzahl pro cm in Kette und Schuss identisch, ergibt das ein ausgeglichenes Gewebe. (siehe z.B. Geschirrtücher)
Kettrips:
Ist die Fadenzahl in der Kette sehr viel höher als im Schuss, erhalten wir ein kettwirksames Gewebe. Wird dies in der Leinenbindung angewendet, nennt man die Technik Kettrips. Die Fäden des Schusses werden dabei von den Kettfäden fast ganz überdeckt. Die Farben der Kette treten klar und intensiv hervor. (siehe z.B. Tischsets und Topflappen)
Schussrips:
Macht man es umgkehrt und webt bei lockerer Kette viele Schüsse pro cm, so erhält man ein schusswirksames Gewebe, in der Leinenbindung Schussrips genannt. Nun treten die Schussfäden klar hervor und die Kettfäden verschwinden.
Panama:
Werden Kett- und Schussfäden doppelt geführt, das heisst sie kreuzen sich dann paarweise wie in einer vergrösserten Leinenbindung, so wird die Technik Panama genannt. Da hierbei weniger Fadenverkreuzungen vorkommen wie in der Leinenbindung wird das Gewebe weicher und flexibler.