Baumwolle Steife Stoffe (z.B. fest angeschlagene Kettripsgewebe, Markisenstoffe, etc.) sollten von Hand gewaschen werden, da sie in der Waschmaschine Falten und Knicke bekommen können, die nicht mehr wegzubekommen sind. Auch kann beim Waschprozess die Struktur des Garnes beschädigt werden, d.h. es kann an gewissen Stellen aufgescheuert werden und lässt dann so die Farbe anders aussehen, weil je nach Struktur der Oberfläche mehr oder weniger Licht reflektiert wird. Auch dünnere, weichere Stoffe können Falten erhalten, die man nur schwer oder gar nicht mehr wegbügeln kann, wenn sie in der Waschmaschine gewaschen werden. Will man dies vermeiden, kann man das Gewebe in ganz heisses Wasser einlegen, die Fasern sich richtig vollsaugen lassen, und dann das Gewebe in der Waschmaschine bei 60° waschen. Nie im kalten Wasser liegen lassen! Die Anfälligkeit für Falten verringert sich, wenn die Waschmaschine nicht zu fest gefüllt wird und die Stücke nicht zu lang sind. Naphtolgefärbte Baumwolle (intensive rot, blau, türkis, schwarz), aber auch andere Farben nicht in kaltes Wasser einlegen und liegenlassen. Dies kann die Fixierung des Farbstoffes auflösen und ein Ausbluten der Farbe bewirken. Dunkle Farben haben in der Regel eher eine schlechtere Waschechtheit als helle. Optischer Aufheller kann eine Farbe regelrecht "umkippen" lassen. Opfischer Aufheller wandelt UV-Licht in blaues Licht um und lässt die Wäsche sauber aussehen. Weichmacher ist für Baumwolle ungeeignet und unnötig. Mit Weichmacher wird die Oberfläche des Garnes stumpf, es kann zu fusseln beginnen, auch kann die Farbe darunter leiden.
Leinen Obwohl einige Leinengarne mit einer Waschechtheit von 80° und mehr deklariert werden, sollte man die Waschtemperatur nicht über 60° wählen, damit die Faser schön bleibt. Im Prinzip gelten die zur Baumwolle gemachten Angaben auch für Leinen. Leinen ist jedoch im nassen Zustand nicht so robust und erträgt die mechanische Beanspruchung in der Waschmaschine nicht so gut wie Baumwolle. Je kürzer die Faser desto anfälliger das Material. Grobes, ungezwirntes Werggarn ist anfälliger als feines, dicht gewebtes Langflachsgarn. Grobe und lose Gewebe sollen also im Schongang oder lieber von Hand gewaschen werden, damit sie lange Zeit schön bleiben. Leinensachen, die von Hand gewaschen werden, sehen auch nach öfterem Waschen aus wie neu! Die Leinenfaser liebt nach der Wäsche eine kalte und nasse Behandlung. (Achtung: Bei entsprechender Vorsicht für gefärbte Garne!) Dann bleibt sie schön glänzend und behält den typischen kühlen Leinengriff. Idealerweise verwendet man zum Glätten eine Kaltmangel anstelle des heissen Bügeleisens. Wenn man keine kaltmangel hat, kann man z.B. auch ein Wallholz verwenden. Zuerst mit Druck alle Falten auswallen bis der Stoff schön glatt ist, dann das Gewebe trocknen lassen und in trockenem Zustand nochmals mit Druck behandeln, dann kommt der Glanz ganz wunderschön zur Geltung.
Wolle Für Wollgewebe ein Waschmittel mit einem tiefen Ph-Wert verwenden, das so wenig Zusatzstoffe wie möglich enthält. Dosierung: So dass das Wasser leicht schäumt. Eventuell Wasserenthärter verwenden, um Kalkverbindungen zu verhindern, die sich in der Wolle festsetzen können und die Wolle matt und glanzlos erscheinen lassen. Waschtemperatur 20 - 30°. Die Wolle leicht in die Waschflotte eindrücken und sie ein paar Mal auf und ab durch das Wasser ziehen. Die Wolle darf bei der Wäsche nie ausgewrungen oder gefaltet werden, weil sie sonst aus der Form kommt und an Elastizität verliert. Spülen: Das erste Spülwasser soll gleich warm sein wie das Waschwasser, um ev. Fettpartikel aufzulösen und auszuspülen. Die folgenden Spülwasser können nach und nach kälter gehalten werden, bis zum letzten Spülwasser, das fast kalt sein soll, damit sich die mikroskopisch kleinen Schuppen der Wolle wieder schön legen. Dem letzten Spülwasser kann man auch Essig oder Zitronensaft beigeben (ca. 0,25 dl pro 5 L Wasser, damit die Wolle wieder ihren natürlichen Säuregrad bekommt. Die Wolle soll ca. eine Viertelstunde im Essigwasser liegen. Die Wäschestücke in ein Tuch einwickeln und zum Ausschwingen in die Waschmachine geben. Die Wolle zum Trocknen auf einem Tuch ausbreiten, in Form ziehen und liegend trocknen lassen.
Seide Für sie gelten die gleichen Empfehlungen wie für Wolle. Jedoch nur ganz leicht ausschwingen, da sonst je nach Seidenqualität beim Ausschwingen Falten entstehen können. Handgewebte Seidenstoffe nicht ganz trocknen lassen und noch leicht feucht trocken bügeln. Dann erhalten sie ihren vollen Glanz und werden schön geschmeidig.
Quelle: Aus einem Faltblatt meines Garnlieferanten, der Firma Zürcher Stalder AG